REFERENZEN & PROJEKTE
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OXYTOCIN: WIRKUNG DES KUSCHELHORMOS
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Unser Darm ist mehr als ein Verdauungsorgan: Er hält uns ft, macht gesund und beeinfusst sogar Psyche und Charakter. Höchste Zeit also, ihn aus seinem Schattendasein zu befreien und ihm etwas mehr Aufmerksamkeit, Ballaststoffe und Probiotika zu schenken. Der menschliche Darm ist die größte Wohngemeinschaft aller Zeiten: 100 Billionen Untermieter hausen in unserer Körpermitte. Damit leben dort mehr Mikroorganismen als Menschen auf der Erde – das sind im Vergleich nämlich gerade einmal 7,3 Milliarden. Hunderte unterschiedliche Arten von Darmbakterien erfüllen im Körper wichtige Funktionen. Trotzdem werden Darmangelegenheiten von uns verschämt aufs stille Örtchen verbannt. Bis jetzt! Denn neue Forschungserkenntnisse sorgen für Gesprächsstoff: Darmbakterien spielen eine Schlüsselrolle für unsere Gesundheit und erledigen nicht einfach nur die Verdauungsarbeit. Sie können mehr als Nährstoffe aus dem Essen in verwertbare Bestandteile spalten. „Die Forschung fängt an, den Menschen als Ökosystem zu begreifen“, erklärt Autorin Giulia Enders, in „Darm mit Charme“. Die Medizinstudentin macht das Thema Darm mit ihrem Buch salonfähig. Die unzähligen Darmbakterien in unserem Körper bilden die sogenannte Mikrobiota – umgangssprachlich als Darmflora bezeichnet. „Störungen der Mikrobiota können zur Entstehung von Krankheiten wie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Allergien führen“, sagt Professor Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin in Jena und neuestes Mitglied unseres medizinischen Beirats. Untersuchungen haben gezeigt, dass es Verbindungen zwischen Mikrobiota und zahlreichen Erkrankungen gibt. So berichten Wissenschaftler des Helmholtz- Zentrums München in einer Studie zur Stoffwechselkrankheit Diabetes-Typ-1, dass sich das Zusammenspiel der Darmbakterien bei gesunden Kindern von jenen mit Diabetes typischen Autoantikörpern unterscheidet. In anderen Untersuchungen konnte ein Zusammenhang zwischen Mikrobiota und Adipositas hergestellt werden. Bei Normalgewichtigen wurden vor allem Bacteroidetes-Bakterien, bei Adipösen überwiegend Firmicutes-Bakterien im Darm gefunden. Dabei handelt es sich um zwei Bakterien-Hauptstämme, die den Energiestoffwechsel unterschiedlich beeinflussen. Während die „guten“ Bacteroidetes Ballaststoffe unverdaut ausscheiden, produzieren die „schlechten“ Firmicutes Enzyme, die selbst unverdauliche Kohlenhydrate in verwertbare Kalorien spalten und diese im Körper bunkern, als müsse sich der Mensch für Notzeiten wappnen. Die Folge: Im Gegensatz zu schlanken Menschen holen Adipöse bei jeder Mahlzeit mehr Kalorien aus der Nahrung heraus. „Die Darmflora ist als neues Organ zu verstehen. Noch vor zehn Jahren hätte das niemand gedacht“, sagt Stallmach. „Aber das Ganze ist wie bei Henne und Ei: Was war zuerst da? Hat die Mikrobiota die Entstehung der Krankheit bedingt oder führte erst die Erkrankung zu einer veränderten Darmflora? Noch wissen wir es nicht und müssen weitere Untersuchungen durchführen. Ich bin mir sicher, dass sich daraus in Zukunft neue Behandlungsmöglichkeiten erschließen werden.“ Eine solche Behandlung könnte zum Beispiel die Gabe von sogenannten Probiotika sein – lebende Mikroorganismen, die natürlicherweise in Joghurt, Buttermilch oder Kefir vorkommen und einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben sollen. Schon jetzt werden diese zur Linderung von Symptomen des Reizdarm-Syndroms oder zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Für richtige Stimmungsmache in Sachen Darm und Probiotika sorgte Professor Emeran Mayer von der University of California in Los Angeles. 2013 veröffentlichte er eine Untersuchung, die in Bezug auf Angststörungen und Depressionen aufhorchen ließ: Ist es möglich, sich einfach glücklich zu essen? In Mayers Experiment bekamen weibliche Testpersonen vier Wochen lang einen speziellen probiotischen Joghurt. Das Ergebnis: Bestimmte Hirnregionen reagierten bei ihnen weniger stark auf negative Reize, als es bei Versuchspersonen der Fall war, die normalen Joghurt aßen. Dass Kopf und Bauch miteinander verbunden sind, kennen wir alle: verliebtes Kribbeln im Bauch, Durchfall bei Stress, Appetitlosigkeit bei Trauer. „Stress ist vermutlich einer der wichtigsten Reize, die Hirn und Darm miteinander bespre- chen“, schreibt Giulia Enders in ihrem Buch. Die Kommunikation zwischen den beiden übernimmt der sogenannte Vagusnerv. Und der scheint wie eine Telefonleitung in beide Richtungen zu funken. Informationen aus dem Darm kommen im Gehirn dort an, wo die Emotionen verarbeitet werden – im limbischen System. Bisher dachte man, der Ursprung von Emotionen sei das Gehirn. Doch jetzt macht der Darm ihm mächtig Konkurrenz: Ob wir gut oder schlecht gelaunt sind, wird demnach nicht etwa im Oberstübchen, sondern einige Etagen tiefer entschieden. Unsere Stimmung hängt also auch davon ab, wie es unserem Darm geht. Das „Darmhirn“ verfügt über ein eigenes Nervensystem, durch das mehr Nervenzellen laufen als in unserem Rückenmark. Ein Experiment mit Mäusen an der McMaster Universität im kanadischen Hamilton lässt sogar vermuten, dass die Kommunikation zwischen Darm und Hirn manipulierbar ist. Das Team von den Gastroenterologen Stephen Collins und Premysl Bercik übertrug die Darmbakterien einer mutigen Mäuserasse auf eine schüchterne und umgekehrt. Durch den Transfer wurden die stammspezifischen Verhaltensweisen weitergegeben: Mäuse, die zuvor schüchtern waren, wurden neugieriger. Die von Natur aus eher abenteuerlustigen Mäuse verhielten sich plötzlich zurückhaltend. Wenn dieses Experiment auf Menschen übertragbar wäre, würde das bedeuten: Der Grundstein für bestimmte Charaktereigenschaften wird im Darm gelegt. Experten sehen selbst den Zusammenhang einer frühen Störung der Mikrobiota und der Entstehung von Autismus. In der chinesischen Medizin gilt die Übertragung von Stuhl schon lange als Heilmittel. Könnte der Transfer von Darmbakterien tatsächlich die Lösung aller Probleme sein? Zumindest findet er in der modernen Medizin bereits Anwendung – gegen einen lebensgefährlichen Krankenhauskeim. Bei einer Durchfallerkrankung infolge einer Infektion mit dem Clostridium difficile-Erreger, bei der die Darmflora durch die Einnahme von Antibiotika geschädigt wurde, wird der Transfer von Stuhl als Therapie eingesetzt. „Pro Jahr sterben an dieser Infektion 6.000 Menschen. Das sind 2.000 mehr als jährlich bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen“, sagt Stallmach. „Hierfür durch Stuhlübertragung eine Behandlungsmöglichkeit gefunden zu haben, ist ein großer Durchbruch“, bestätigt Professor Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). „Während alles andere bisher nur an Tiermodellen durchgeführt wurde, konnte hier der Erfolg beim Menschen festgestellt werden“, sagt Trautwein. Bei der Behandlung wird gesunder Stuhl speziell aufbereitet und entweder durch ein Endoskop in den Dünndarm des Patienten verabreicht oder zu Kapseln verarbeitet und eingenommen. „Doch damit ist auch das Risiko verbunden, dass bestimmte Krankheiten mit übertragen werden“, sagt Stallmach. Professor Trautwein berichtet von dem bisher wohl bekanntesten Fall: „Einer schlanken Frau wurden die Darmbakterien ihrer adipösen Tochter zur Behandlung von Clostridium difficile verabreicht. Die Krankheit konnte geheilt werden, aber die Frau wurde infolgedessen ebenfalls übergewichtig.“ Experten sind sich einig, dass in der Mikrobiota ungeahnte Kräfte schlummern. „Es ist wie ein 400-Meter-Lauf. Wir sind gestartet, befinden uns aber noch in der ersten Kurve“, sagt Stallmach. Gute Gründe, auf seine Darmgesundheit zu achten, gibt es jetzt schon viele. Wer sich ausgewogen ernährt und viel bewegt, hält seine Abwehrkräfte auf Trab, beugt Übergewicht und Darmkrebs vor. „Probiotische Joghurts sind ein Kann, kein Muss. Wichtig ist, Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum zu vermeiden – das schädigt die Darmflora und sorgt für toxische Veränderungen“, so Trautwein. Bei Alkohol lautet die Devise: je weniger, desto besser. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge gilt für einen gesunden Erwachsenen folgende Obergrenze als noch vertretbar: maximal zwölf Gramm Alkohol pro Tag bei Frauen (entspricht 0,1 Liter Wein oder 0,25 Liter Bier), maximal 24 Gramm pro Tag bei Männern und mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche. Für einen darmfreundlichen Lebensstil empfiehlt Professor Stallmach: „Machen Sie Sport und essen Sie viel Obst, Gemüse und Fisch. Schränken Sie Ihren Fleischkonsum ein – zwei bis drei Mal 100 Gramm pro Woche sind genug.“ Auch die Einnahme von Flohsamenschalen fördert die Darmgesundheit. Das Naturheilmittel hilft bei Verdauungsproblemen, zum Beispiel bei Durchfall oder Verstopfungen. Leinsamen, Mandeln, getrocknete Pflaumen, Haferflocken, Linsen, Amaranth und Quinoa schmecken dem Darm ebenfalls gut: Sie liefern ihm seine Lieblinge – die Ballaststoffe. ...
Oxytocin wird oft als Kuschel- oder Bindungshormon bezeichnet und unter anderem für die Mutter-Kind-Bindung verantwortlich gemacht. Der Botenstoff Oxytocin kann allerdings viel mehr, als ihm bisher zugetraut wurde. Wie wirkt das Hormon im Körper und wofür kann es in der Medizin eingesetzt werden? Oxytocin ist ein körpereigener Botenstoff, der in spezialisierten Nervenzellen im Gehirn gebildet wird und zu den Glückshormonen zählt. Das Neuropeptid spielt bei Schwangerschaft und Geburt eine große Rolle: Im Körper wirkt Oxytocin als Hormon, regt die Gebärmutter zu Kontraktionen an und sorgt dafür, dass die Muttermilch beim Stillen fließt. Seinen Spitznamen "Kuschelhormon" trägt es, weil das Hormon auch als soziales Bindemittel funktioniert. Im Gehirn wirkt Oxytocin als Neurotransmitter an Nervenzellen. So stärkt es das Vertrauen und fördert auf diese Weise etwa die Mutter-Kind-Bindung. Weil der Botenstoff das menschliche Sozialverhalten beeinflussen kann, lässt er sich zukünftig möglicherweise zur Linderung von Symptomen psychischer Erkrankungen wie Angststörungen oder Autismus nutzen. Auch wird ein gestörtes Zusammenspiel zwischen dem Hormon und seinen Rezeptoren im Gehirn als Auslöser bestimmter Störungen vermutet. Hier ist jedoch noch weitere Forschung nötig. Der körpereigene Botenstoff wird in der Schaltzentrale des Körpers gebildet – dem Gehirn. Genauer gesagt im Hypothalamus. Die Hypophyse, also die Hirnanhangsdrüse, schüttet es aus und verteilt den Stoff über das Blut dorthin, wo er benötigt wird – zum Beispiel zur Gebärmutter oder der weiblichen Brust. In der Schwangerschaft wird vermehrt Oxytocin gebildet, weshalb das Hormon in der Frauenheilkunde schon lange bekannt ist. Es spielt bei der Geburt und beim Stillen eine große Rolle, weil es die Gebärmutter zu Kontraktionen anregt und in der Brustdrüse eine Milchentleerung bewirkt. Der Spitzname "Kuschelhormon" kommt nicht von ungefähr: Das Hormon unterstützt die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen. "Oxytocin lässt Nähe zu und fördert auf diese Weise, dass Mütter mit ihren Babys eine Bindung aufbauen. Im Wochenbett ist der Oxytocinspiegel bei Frauen deshalb besonders hoch", erklärt Prof. Dr. Sabine Christiane Herpertz, ärztliche Direktorin der Klinik für allgemeine Psychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg. "Bei Oxytocin handelt es sich um eine äußerst interessante Substanz", sagt Herpertz. Gemeinsam mit ihrem Team erforscht sie, wie Oxytocin bei sozialer Ängstlichkeit, in der Schmerzforschung und als Therapie für die Interaktion psychisch kranker Eltern mit ihren Kindern zum Einsatz kommen könnte. Keine reine Frauensache: Oxytocin auch für Männer wichtig Zwar produzieren Frauen mehr Oxytocin als Männer, aber auch beim männlichen Geschlecht ist der Botenstoff von Bedeutung und beeinflusst sein Sozialverhalten. "Wenn Väter zum Beispiel mit ihren Kindern spielen, führt das sowohl beim Mann als auch beim Kind zu einer vermehrten Ausschüttung von Oxytocin, die ihre Bindung stärkt", so Herpertz. Dass von dem Hormon eine besondere Wirkung für beide Geschlechter ausgeht, konnte ein Experiment von Psychologin Prof. Dr. Beate Ditzen beweisen: Sie bat Paare darum, sich über ein typisches Konfliktthema zu streiten. Vor der Diskussion wurde ihnen entweder ein Placebo oder Oxytocin als Nasenspray verabreicht. Das Ergebnis: Die Paare, die Oxytocin erhalten hatten, diskutierten konstruktiver und bei ihnen waren niedrigere Werte des Stresshormons Cortisol zu finden. Könnte Oxytocin also die Lösung für Paarprobleme sein? "Noch nicht", so die Expertin. "Denn die Forschung befindet sich hier erst auf dem Weg. Zukünftig könnte Oxytocin aber durchaus als ergänzender Zusatz bei einer Paartherapie zum Einsatz kommen." Durchbruch in der Forschung: Oxytocin bei psychischen Erkrankungen hilfreich Ähnlich sieht es auch bei dem Einsatz von Oxytocin in Verbindung mit psychischen Erkrankungen aus: Noch wird es nicht zur Linderung von Symptomen eingesetzt, aber in Zukunft ist das durchaus denkbar. Denn die Forschung gelangte auf diesem Gebiet bereits zu bahnbrechenden Erkenntnissen: Studien haben gezeigt, dass Oxytocin soziale Kompetenzen und Vertrauen steigern und Stress dämpfen kann. Der Grund: Oxytocin verändert die Reaktion des Mandelkernkomplexes (Amygdala), der für Emotionen wie Wut oder Angst zuständig ist und dies erstaunlicherweise in die Richtung, wie es für das Individuum zuträglich ist. "Es kann die Aufmerksamkeit für bestimmte Reize erhöhen oder vermindern", erklärt Herpertz. Bei Menschen mit Autismus habe man zum Beispiel herausgefunden, dass soziale Reize unter Oxytocingabe für sie interessanter werden und die Reaktion des Mandelkernkomplexes zunimmt. Bei Menschen mit sozialer Ängstlichkeit dagegen nahm die Reaktion der Amygdala bei Konfrontation mit Gesichtern ab – ihr Verhalten ließ auf weniger Ängstlichkeit schließen. Patient*innen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung schienen ärgerliche Gesichter weniger bedrohlich zu erleben. Anwendung in der Psychotherapie – noch Zukunftsmusik "Bisher sind die nachgewiesenen Effekte allerdings noch nicht so groß, dass daraus eine konkrete Behandlung abgeleitet werden kann", so die Klinikdirektorin. "Dazu müssen wir erst herausfinden, welche Dosen erforderlich sind und wie wir sie am besten verabreichen". Doch genau das ist leider gar nicht so einfach, denn die Dosierung hängt von Geschlecht, Kontext und individuellen Persönlichkeitsmerkmalen ab. Die Forschung dazu läuft weltweit bereits auf Hochtouren. "Erst, wenn wir uns über alle Faktoren im Klaren sind, kann daraus eine ärztliche Verschreibung von Oxytocin erfolgen." Eine solche Behandlung mit Oxytocin könnte dann in Zukunft in Verbindung mit einer Psychotherapie erfolgen und etwa dazu eingesetzt werden, in der Anfangsphase überhaupt erst den Aufbau einer therapeutischen Beziehung zu ermöglichen. Eine wirkliche Hilfe sieht die Expertin auch für traumatisierte Mütter, die Schwierigkeiten haben, eine Bindung zu ihrem Baby aufzubauen: "Denn bei ihnen wurde festgestellt, dass sie bei der Interaktion mit ihrem Kind weniger Oxytocin ausschütten. Die Verabreichung des Stoffs könnte den Hormonmangel ausgleichen." Oxytocin als Nasenspray oder Parfüm – eine gute Idee? Wenn Forscher*innen mit Oxytocin experimentieren, verabreichen sie es ihren Testpersonen als Nasenspray. "Hier wissen wir mittlerweile, dass die Substanz auch wirklich im Gehirn ankommt", sagt Herpertz. Rund 45 Minuten dauert es, bis die erwünschte Wirkung eintritt, der Wirkungshöhepunkt hält etwa eineinhalb Stunden an. In dieser Zeit wird versucht, die wichtigsten Untersuchungen durchzuführen. Auch außerhalb von Forschungslaboren hat sich das flüssige Vertrauen unter Bezeichnungen wie "Liquid Trust" bereits auf dem Markt eingeschlichen. Ein Sprühstoß Nasenspray hier, ein Tröpfchen Parfüm da – und schon gehen Sie entspannt ins erste Date oder kommen selbstsicher durch das Bewerbungsgespräch. Schön wäre das vielleicht, im Moment sind solche Effekte aber noch zu viel versprochen: "Die Datenlage reicht nicht aus, um zum jetzigen Zeitpunkt ein Produkt herzustellen, dass solche Hoffnungen erfüllen könnte", erklärt die Oxytocin- Forscherin. Mögliche Nebenwirkungen von Oxytocin Dauerhaft zu frei verkäuflichen Oxytocin-Präparaten zu greifen, davon rät die Expertin auf jeden Fall ab: "Auch wenn keine großen Nebenwirkungen bekannt sind, könnte eine längerfristige Einnahme zu einer Störung des Hormonsystems führen". Zum aktuellen Stand der Forschung wisse man nämlich nicht, wie sich eine chronische Einnahme von Oxytocin auswirkt. In der Schwangerschaft sei die Anwendung auf eigene Faust absolut ungeeignet. Als Medikament wird der Wirkstoff hier nur unter professioneller Aufsicht verabreicht, um Wehen einzuleiten oder zu unterstützen. Dass Oxytocin nicht nur positive Gefühle verstärken, sondern auch eine gegenteilige Wirkung haben kann, zeigte sich in einer Untersuchung des niederländischen Psychologen Carsten de Dreu. Während Oxytocin normalerweise Aggressivität mindert, erhöhte sie sich seinen Experimenten zufolge gegenüber Mitgliedern, die nicht der sozialen Gruppe angehörten: Die Proband*innen bevorzugten das eigene Team und ihre Abwehrhaltung gegen Fremde nahm zu. Welchen Rückschluss das nun auf das Hormon zulässt? Darüber diskutieren Wissenschaftler*innen kontrovers: Die eigene Gruppe zu bevorzugen, müsse nicht unbedingt als Aggression gewertet werden, sondern sei möglicherweise eher mit dem Verhalten von einem Muttertier vergleichbar, das seine Jungen beschützt. Oxytocin erhöhen: Kuschelhormon bei Frauen und Männern auslösen Noch braucht die Wissenschaft, bis sie das Hormon endgültig versteht. Doch bis dahin können alle Menschen selbst dafür sorgen, dass der Oxytocinspiegel erhöht wird – und zwar auf natürliche Weise mit Kleinigkeiten in der zwischenmenschlichen Interaktion. Sechs natürliche Wege, Oxytocin auszuschütten: ...
BAUCHSACHE
VORZEITIGER BLASENSPRUNG: WAS PASSIERT, WENN DIE FRUCHTBLASE FRÜHER PLATZT?
BROKEN-HEART-SYNDROM: KANN DAS HERZ BRECHEN?
Schwangerschaftsportal www.9monate.de
Special-Interest-Portal www.herzberatung.de
Auf die Wehen warten oder die Geburt einleiten: Was ist bei einem vorzeitigen Blasensprung zu tun? Das genaue Vorgehen hängt unter anderem davon ab, in welcher Schwangerschaftswoche du dich befindest. Welche Optionen es gibt, welche Risiken mit einem vorzeitigen Blasensprung einhergehen und woran du ihn überhaupt erkennst. Was ist ein vorzeitiger Blasen- sprung? Ein Blasensprung ist das, was umgangssprachlich als das „Platzen“ der Fruchtblase bezeichnet wird. Eigentlich handelt es sich dabei um ein „Reißen“ der Eihäute, die zuvor die rundum schützende Membran namens Fruchtblase gebildet haben. Durch den Riss (Ruptur) tritt das Fruchtwasser aus. Bei einem vorzeitigen Blasensprung reißt die Fruchtblase, noch bevor die Geburt durch muttermundwirksame Wehen beginnt. Bei einem regelrechten Blasensprung reißt die Fruchtblase erst am Ende der Erö!nungsphase. Also dann, wenn der Muttermund bereits geö!net ist. Wird von einem vorzeitigen Blasensprung gesprochen, ist folgende Unterscheidung wichtig: • VorzeitigerBlasensprung am Termin: Um einen vorzeitigen Blasensprung am Termin handelt es sich, wenn die Fruchtblase in der 38. Schwangerschaftswoche oder später platzt (≥ 37+0 SSW), noch bevor die Geburtswehen einsetzen. Er tritt in Terminnähe auf, die Lungen des Ungeborenen sind zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig entwickelt und das Baby gilt nicht mehr als Frühgeburt. Für den vorzeitigen Blasensprung am Termin wird die Abkürzung „PROM“ verwendet – nach der englischen Bezeichnung „premature/prelabour rupture of the membranes“. Bei acht bis zehn Prozent der Schwangeren kommt es zu einem vorzeitigen Blasensprung am Termin. • Früher vorzeitiger Blasensprung: Der frühe vorzeitige Blasensprung tritt vor 37+0 SSW auf. Die geläufige Abkürzung ist „PPROM“ – für die englische Bezeichnung „preterm premature rupture of membranes“. Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Prävention und Therapie der Frühgeburt kommt es bei etwa drei Prozent aller Schwangeren zu einem frühen vorzeitigen Blasensprung: bei 0,5 Prozent vor der 27. SSW, bei einem Prozent zwischen der 27. und 34. SSW und bei einem Prozent zwischen der 34. und 37. SSW. Welche Ursachen hat ein vorzeitiger Blasensprung? Die Fruchtblase ist eine robuste und widerstandsfähige Membran. Warum sie vor dem Beginn der Wehen platzt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass verschiedene biochemische Prozesse gegen Ende der Schwangerschaft dafür sorgen, dass sie ihre Festigkeit verliert und daher in Terminnähe einreißen kann. Je früher die Fruchtblase in der Schwangerschaft platzt, desto eher scheinen aufsteigende Infektionen, lokale Entzündungen oder wiederholte vaginale Blutungen eine Rolle dabei zu spielen, dass die Membran geschädigt wird. Als Risikofaktoren für einen frühen vorzeitigen Blasensprung (PPROM) gelten unter anderem: • vorzeitiger Blasensprung in einer vorangegangenen Schwangerschaft • Frühgeburt in einer vorherigen Schwangerschaft • Rauchen • sexuell übertragbare Krankheiten • vaginale Blutungen • operative Eingri!e Symptome: Welche Anzeichen treten bei einem vorzeitigen Blasensprung auf? Ein (früher) vorzeitiger Blasensprung macht sich durch den Abgang von Fruchtwasser aus der Vagina bemerkbar – in geringen Mengen (tröpfchenweise) oder in größeren Mengen (schwallartig). Weitere Symptome wie ein Druckgefühl im Unterbauch können möglicherweise zusätzlich hinzukommen. Generell zeichnet sich Fruchtwasser dadurch aus, dass es unwillkürlich abgeht. Das bedeutet: Im Gegensatz zu Urin kannst du es es nicht aktiv zurückhalten. Dennoch ist die Unterscheidung von unfreiwilligem Urinabgang, vermehrtem Ausfluss oder Fruchtwasser für schwangere Frauen häufig sehr schwierig. Lasse dich daher von deiner*deinem Frauenärztin*Frauenarzt oder deiner Hebamme dazu beraten, wie du die Flüssigkeiten voneinander unterscheiden kannst und kontaktiere bei Verdacht auf einen Fruchtwasserabgang deine medizinische Betreuung. Diagnose: Wie wird ein vorzeitiger Blasensprung festgestellt? Welche Untersuchungen zur Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs infrage kommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird daher je nach individueller Situation entschieden. Ist zum Beispiel klar, dass es sich um einen vorzeitigen Blasensprung handelt, wird auf einige Untersuchungen verzichtet, um das Infektionsrisiko nicht zu erhöhen. Im Allgemeinen können folgende Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen: • Erkennen der klinischen Symptome (Abgang von Fruchtwasser) • Spekulumuntersuchung der Scheide, bei der sich eine Ansammlung von Flüssigkeit zeigt • biochemische Verfahren zum Nachweis bestimmter Enzyme von Proben im Labor • Ultraschalluntersuchung, die eine Reduktion der Fruchtwassermenge zeigt Es gibt auch den sogenannten Lackmustest, durch welchen der pH-Wert einer Flüssigkeit bestimmt werden kann. Ihn gibt es sogar für den Eigengebrauch als Selbsttest in der Drogerie oder in Apotheken zu kaufen. Da Fruchtwasser einen anderen pH-Wert als Scheidensekret besitzt, verfärbt sich der Teststreifen entsprechend anders. Das Testergebnis kann allerdings durch Verunreinigungen verfälscht sein und liefert daher kein komplett sicheres Ergebnis. Solltest du vermuten, Fruchtwasser zu verlieren, wende dich daher immer zur Abklärung an deine gynäkologische Praxis oder an deine Hebamme. Risiken und Folgen: Ist ein vorzeitiger Blasensprung gefährlich? Welche Risiken mit einem (frühen) vorzeitigen Blasensprung verbunden sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab ...
Ob nach dem Tod eines Angehörigen oder durch Liebeskummer – umgangssprachlich heißt es oft, man habe ein gebrochenes Herz. Doch kann das Herz wirklich in Mitleidenschaft gezogen werden, weil man trauert? Tatsächlich ist in der Medizin das sogenannte Broken-Heart-Syndrom bekannt – dahinter verbirgt sich eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Was ist das Broken-Heart-Syndrom? Durch emotionalen oder physischen Stress kann das Herz zwar nicht wortwörtlich brechen, aber seine Funktion kann nach solchen akuten Auslösern in der Tat plötzlich beeinträchtigt sein. In der Medizin spricht man vom Broken-Heart-Syndrom (übersetzt: Gebrochenes-Herz-Syndrom). Bei dieser seltenen, lebensbedrohlichen Herzerkrankung handelt es sich um eine Funktionsstörung der linken Herzkammer mit einer lokalisierten Bewegungsstörung meist im apikalen Abschnitt des Herzens – also im Bereich der Herzspitze. Das Broken-Heart-Syndrom zählt zu den primären Kardiomyopathien. Diese spezielle Störung betrifft zu 90 Prozent Frauen – vor allem nach der Menopause etwa ab einem Alter von 60 Jahren – und ist bis heute wenig erforscht. In der Medizin wird das seltene Krankheitsbild auch als Stress- Kardiomyopathie, stressinduzierte Kardiomyopathie, Apical-ballooning- Syndrom oder als Tako-Tsubo-Kardiomyopathie bezeichnet. Die Funktionsstörung wurde im Jahr 1991 erstmals offziell von den japanischen Ärzten Keigo Dote und Hikaru Sato beschrieben. Den ursprünglichen Namen „Tako-Tsubo“ trägt sie aufgrund einer optischen Ähnlichkeit: Die linke Herzkammer sieht am Ende der Systole (Zusammenziehen des Herzmuskels zum Auswurf des Blutes) aus wie eine traditionelle, japanische Tintenfischfalle – ein ausgebuchteter Tonkrug mit einem verengten Hals. Ursachen des Broken-Heart-Syndroms: Liebeskummer als Auslöser? Meist gehen dem Broken-Heart-Syndrom sogenannte Trigger voraus. Zu diesen Auslösern gehören emotional stressige Erlebnisse, wie der Tod eines Angehörigen, Geldnot und andere extreme Sorgen oder körperlich belastende Ereignisse wie Operationen oder Traumata. Außerdem ist in der Medizin das sogenannte Happy-Heart-Syndrom bekannt, bei dem die Symptome durch freudige Ereignisse wie den Lottogewinn ausgelöst werden. Allerdings sind solche Trigger kein Muss – das Broken-Heart-Syndrom kann auch ohne solche Erlebnisse auftreten. Obwohl viele Menschen emotionale oder körperliche Belastungssituationen erleben, kommt es nur selten zu einem Broken-Heart-Syndrom. Warum die Betro!enen diese Form der Kardiomyopathie erleiden, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es werden verschiedene Ursachen als mögliche Auslöser diskutiert. Dazu gehören unter anderem Koronarspasmen, eine Schädigung durch Katecholamine (Stresshormone wie Adrenalin) oder eine Mikrozirkulationsstörung (eingeschränkter Blutfluss in den kleinsten Blutgefäßen). Zudem gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die eine genetische Beteiligung festgestellt haben, da es unter anderem zu familiären Häufungen kommt. Symptome: Wie äußert sich das Broken-Heart-Syndrom? Die vorübergehende Funktionsstörung des Herzens tritt durch eine Symptomatik in Erscheinung, die der eines Herzinfarkts ähnelt. Die Symptome äußern sich meist in ausgeprägter Form: Plötzlich einsetzende Brustschmerzen treten in etwa 70 bis 80 Prozent der Fälle auf, Atemnot in etwa 20 bis 40 Prozent der Fälle. Symptome bei einem gebrochenen Herzen: • Brustschmerzen • Luftnot • kurze Phasen der Bewusstlosigkeit(Synkopen) • Beklemmungsgefühl • Schwäche Diagnose: Broken-Heart-Syndrom oder Herzinfarkt? Nicht nur die Symptome des Broken-Heart-Syndroms ähneln denen eines Herzinfarkts, auch während der Diagnose machen sich Ähnlichkeiten bemerkbar. Die Herzstromkurve im EKG zeigt die typischen Au!älligkeiten einer ST-Hebung und die Herzenzymwerte im Blut wie Troponin sind ebenfalls erhöht – jedoch beim Broken-Heart-Syndrom häufig milder als beim Herzinfarkt. Die Unterscheidung wird erst durch eine Herzkatheteruntersuchung sichtbar: Werden keine verschlossenen Herzkranzgefäße wie bei einem Herzinfarkt entdeckt, handelt es sich wahrscheinlich um das Broken-Heart-Syndrom. Zur Abgrenzung kann außerdem die Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreich sein. Durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) wird zudem die Funktion der linken Herzkammer beurteilt. In der Fachliteratur wird meist angegeben, dass es sich bei etwa zwei Prozent der Betroffenen einer Herzinfarkt-Symptomatik nicht um einen Infarkt, sondern um das Broken-Heart-Syndrom handelt. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie gibt an, dass dies noch häufiger als vermutet der Fall sein könnte und etwa drei bis fünf Prozent aller vermeintlichen Herzinfarkte tatsächlich eine Tako-Tsubo-Kardiomyopathie sind. Behandlung des Broken-Heart-Syndroms – noch fehlen Richtlinien Für das Broken-Heart-Syndrom gibt es noch keine einheitlichen Therapierichtlinien und die Behandlungsempfehlungen basieren auf Expertenmeinungen. Neuere Untersuchungen zu den Ursachen lassen darauf hoffen, dass es zukünftig angepasste Therapieverfahren für ein gebrochenes Herz geben könnte. In der akuten Phase werden Betroffene wie bei einem Herzinfarktleiden in der Klinik intensivmedizinisch betreut. In der weiteren Therapie des gebrochenen Herzens muss die Wahl der Medikamente genau nach dem individuellen Fall ausgewählt werden, da bestimmte Arzneistoffe, die zum Beispiel bei der Behandlung von akuter Herzschwäche eingesetzt werden, möglicherweise ungeeignet sind. Medikamente, die gegebenenfalls verabreicht werden, sind Betablocker oder ACE-Hemmer ...
LABORWERTE VERSTEHEN: DIE WICHTIGSTEN ABKÜRZUNGEN
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Durch Blut- und Urinuntersuchungen gewinnen Ärzte Erkenntnisse über den Gesundheitszustand einer Person, etwa über die Nieren, die Leber oder das Herz. Doch was bedeuten die Laborwerte? Wir verraten, welche Abkürzungen Sie im Zusammenhang mit lebenswichtigen Organen und deren Erkrankungen kennen sollten und helfen Ihnen, Ihre Laborwerte besser zu verstehen. Was Laborwerte wirklich bedeuten Für medizinisches Fachpersonal sind Laborwerte wie Puzzleteile: Neben weiteren Untersuchungen spielen sie für die Diagnose von Erkrankungen eine bedeutende Rolle. Laborwerte können noch vor anderen Symptomen auf eine Infektion hinweisen, sie können als Beleg für einen Krankheitsverdacht dienen oder den Erfolg einer Therapie im Verlauf kontrollieren. Laborwerte sind allerdings nie isoliert zu betrachten. Denn darüber, ob tatsächlich eine Erkrankung vorliegt, entscheidet meist nicht nur ein einziger Laborwert. Auch bestimmte Störfaktoren müssen bei der Beurteilung von Laborwerten berücksichtigt werden. Stress oder schwere körperliche Belastungen können Laborwerte verändern. Außerdem ist es möglich, dass Nahrungsaufnahme oder Medikamenteneinnahme die Ergebnisse beeinflussen. Von Laborwerten nicht verunsichern lassen Dass Referenzwerte Schwankungen unterliegen, ist nicht ungewöhnlich. Selbst in der Fachliteratur lassen sich verschiedene Angaben zu den Normwerten finden, da die Werte stets an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Sogar von Labor zu Labor gelten je nach Methode andere Referenzwerte als normal. Wer seinen Laborbefund prüft, sollte sich bei Abweichungen daher nicht erschrecken. Um Laborwerte abschließend zu interpretieren, ist das gesamte Wissen des Arztes gefragt, der für die Diagnose alle Faktoren berücksichtigt. Fragen Sie im Zweifelsfall daher stets Ihren Arzt um Rat. CRP: Laborwert bei Infektionen und Entzündungen Der CRP-Wert gilt als bedeutsamer Parameter unter den Laborwerten und lässt sich durch eine Blutuntersuchung bestimmen. Die Abkürzung CRP steht für C-reaktives Protein. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das in der Leber gebildet wird und dessen Produktion bei Entzündungen oder Infektionen schon nach wenigen Stunden stark erhöht ist. Der Laborwert eignet sich auch deshalb besonders gut zur Diagnostik, weil er nach dem Abklingen der Entzündung oder Infektion rasch wieder sinkt. Außerdem steigt er bei bakteriellen Infektionen stärker an, wodurch ein viraler von einem bakteriellen Infekt unterschieden werden kann. Auch eine Antibiotika-Therapie lässt sich durch die Ermittlung der CRP-Konzentration überwachen. Normwert für CRP: ≤ 5,0 mg/l (Milligramm pro Liter) Was bedeuten erhöhte Laborwerte? Für erhöhte Laborwerte kommen unterschiedliche Ursachen in Betracht: Bei Blinddarmentzündungen kann der CRP-Wert ebenso aufschlussreich sein wie bei einer bakteriellen Lungenentzündung. Die klinischen Symptome müssen für die Diagnose daher ebenfalls berücksichtigt werden. Eine stark erhöhte Konzentration von über 100 mg/l kann auf eine schwere Infektion hinweisen. Zudem werden weitere Entzündungswerte bei Verdacht auf akute Infektionen untersucht: Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), Immunglobuline (Ig) sowie die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). GOT und GPT: Laborwerte der Leber Um akute oder chronische Lebererkrankungen festzustellen, wird bei Laboruntersuchungen ein Augenmerk auf GOT (auch geläufig als AST/Aspartat-Aminotransferase) und GPT (auch geläufig als ALT/Alanin-Aminotransferase) gelegt. GOT steht für Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, GPT für Glutamat-Pyruvat-Transaminase. Bei beiden handelt es sich um Enzyme, die neben anderen Organen auch in der Leber vorkommen. Liegt eine Leberschädigung vor, treten sie vermehrt ins Blut über. Referenzbereich bei Frauen: 10 bis 35 U/l (Unit pro Liter, Unit = Maßeinheit für Enzymaktivität) Referenzbereich für Männer: 10 bis 50 U/l Was bedeuten erhöhte Laborwerte? Erhöhte Laborwerte können zum Beispiel auf eine alkoholbedingte Leberschädigung, eine infektiöse Leberentzündung oder eine Leberzirrhose hinweisen. Bereits bei leichten Leberschäden können diese Werte erhöht sein. Jedoch beeinflussen auch bestimmte Arzneimittel die Laborwerte und kommen als Ursache für eine leichte Erhöhung daher ebenfalls infrage. Dem Verdacht auf eine Leberschädigung muss durch weitere Untersuchungsmethoden auf den Grund gegangen werden. Bei einer schweren Leberschädigung spielt zudem ein weiterer Laborwert eine Rolle: GLDH (Glutamat-Dehydrogenase) gelangt nur dann ins Blut, wenn es zu einem Absterben der Leberzellen kommt. Cholesterinwerte: Zu hoch oder zu niedrig? Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin: Das "schlechte" LDL-Cholesterin (Low-density Lipoprotein-Cholesterin) lagert sich an den Blutgefäßen ab und droht, diese zu verstopfen. "Gutes" HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein-Cholesterin) ist hingegen für dessen Abtransport verantwortlich und schützt die Gefäße. Aus diesem Grund sind eine niedrige LDL-Konzentration und eine hohe HDL-Konzentration im Blut wünschenswert. Welche Normwerte für das LDL-Cholesterin gelten, richtet sich nach weiteren vorhandenen Risikofaktoren für die Entstehung von Herzerkrankungen. Dazu zählen unter anderem: Rauchen, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Bei Laboruntersuchungen wird außerdem das Gesamtcholesterin bestimmt. Referenzwert für Gesamtcholesterin: ≤ 190 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) Referenzwert für HDL bei Frauen: ≥ 50 mg/dl Referenzwert für HDL bei Männern: ≥ 40 mg/dl Referenzwert für LDL: < 160 mg/dl bei keinem oder einem Risikofaktor < 130 mg/dl, wenn zwei oder mehr Risikofaktoren bestehen
WENN STRESS INS AUGE GEHT
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Dauerhafter, psychischer Stress wirkt sich auf vielfältige Weise negativ auf unsere Gesundheit aus. Auch die Augen leiden, wenn es der Psyche nicht gut geht. Maßnahmen zur Stressreduktion könnten Betroffenen eine große Hilfe sein. Ein guter Grund, genauer hinzuschauen. Von Kopfschmerzen über Magen-Darm-Verstimmungen bis zu Rückenschmerzen – die Palette der stressbedingten Beschwerden ist breit. Auch in der Augenheilkunde wird eine Verbindung zwischen Stress und Erkrankungen des Sehorgans diskutiert. Erst kürzlich erschien eine Studie des Universitätsklinikums Magdeburg, die der Frage nachgeht, ob psychologischer Stress bei vorhanden Krankheiten zum Verlust der Sehkraft führen könnte. Mit interessanten Ergebnissen! Schlechter sehen durch zu viel Stress – ist das möglich? Das Forschungsteam rund um Professor Dr. Bernhard Sabel, dem Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie, wertete zahlreiche Studien und klinische Berichte aus, um mögliche Relationen zu erkennen. Die Erkenntnis lautet: Anhaltender, psychischer Stress ist nicht nur eine Folge von Sehkraftverlust, sondern trägt auch ursächlich zu einer Sehverschlechterung bei. „Es gibt deutliche Hinweise auf eine psychosomatische Komponente des Sehverlustes, denn Stress ist eine wichtige Ursache – und nicht nur eine Folge – des fortschreitenden Sehverlustes infolge von Erkrankungen wie Glaukom und Optikusneuropathie“, so Institutsdirektor Sabel. Der Leiter der Studie ist bei Weitem nicht der Einzige, der sich mit den Auswirkungen von Stress auf die Augengesundheit beschäftigt. Professor Dr. Carl Erb, einer der bekanntesten Glaukom-Spezialisten Deutschlands, untersuchte bereits in der Vergangenheit, ob hoher emotionaler Stress einen erhöhten Augeninnendruck zu Folge haben und neben anderen Risikofaktoren die Entstehung von Grünem Star begünstigen könnte. „Die genauen Ursachen für ein Glaukom sind bis heute nicht abschließend geklärt. Stress ist allerdings immer ungesund, auch für die Augen“, sagt Professor Dr. Hans Hoerauf von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG). Der Augenklinik-Direktor der Universitätsmedizin Göttingen erklärt: „Es muss zwar kein kausaler Zusammenhang existieren, aber es gibt durchaus Patienten, bei denen chronischer Stress eine zusätzliche negative Rolle spielt. Es bleibt die Frage, was zuerst da war, die psychischen Stressfolgen oder das Glaukom.“ Stress und Sehkraft – ein Teufelskreis Was sich bei ständigen, mentalen Belastungen in unserem Körper abspielt, beschreibt Professor Sabel in seiner Studie: „Kontinuierlicher Stress und langfristig erhöhte Cortisolwerte können sich negativ auf das Auge auswirken, da das vegetative Nervensystem unausgeglichen ist, die Blutgefäße dysreguliert werden und der Augeninnendruck steigt.“ Ein Teufelskreis für viele Patienten. Denn wer an einer Augenerkrankung leidet hat meist große Angst vor den Folgen. Diese Sorgen führen zu psychischem Stress, der wiederum akute Schübe der Erkrankung auslösen und die Sehkraft verschlechtern kann. Aus diesem Grund sollten Augenärzte gegenüber Betroffenen eine positive Einstellung zeigen – da sind sich die Experten einig. „Patienten mit einer möglichen Blindheit zu drohen um Therapietreue zu erreichen, ist kontraproduktiv und löst Stress aus“, sagt Hoerauf. So führe zum Beispiel eine altersabhängige Makula-Degeneration, eine Sehminderung von der bundesweit viereinhalb Millionen Menschen betroffen sind, zwar zur Verschlechterung der Lesefähigkeit, aber nur extrem selten zur vollständigen Erblindung. In Sabels neuer Studie wird ebenfalls betont, wie wichtig es sei, dass Ärzte Optimismus vermitteln. Anti-Stress-Programm zum Schutz der Augen Die Reduktion von Stress könnte demnach eine sinnvolle Ergänzung zur bisherigen Behandlung von Augenerkrankungen sein. Neben bestimmten Entspannungstechniken wie dem Autogenen Training oder der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen (PME) kämen dazu auch psychologische Therapien, etwa zum Thema Angstmanagement, infrage. „Viele Augenärzte haben das bereits erkannt und bilden sich in der Psychosomatik weiter“, so Klinikdirektor Hoerauf aus Göttingen. „Welcher Ansatz der richtige ist, sollte aber individuell vom Patienten abhängig gemacht werden.“ Betroffene können selbst viel tun, um ihre Augengesundheit zu fördern. Spricht aus ärztlicher Sicht nichts dagegen, ist Bewegung angesagt, denn körperliche Aktivität baut erwiesenermaßen Stress ab. Sport macht nicht nur Herz und Knochen stark, baut Muskeln auf und lässt das Fett schmelzen, sondern steigert zudem das Wohlbefinden unserer Augen. Die Durchblutung nimmt zu, der Augeninnendruck sinkt und weiteren Risikofaktoren für Seherkrankungen wie hohen Blutdruck- oder Blutfettwerten wird vorgebeugt. Überhaupt kann ein gesunder Lebensstil viel zur Aufrechterhaltung der Sehkraft beitragen: So wird zum Beispiel der Graue Star, eine Trübung der Augenlinse, von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus beschleunigt. Professor Hoerauf empfiehlt deshalb: „Halten Sie Ihre Augen mit gesunder Ernährung und viel Bewegung fit.“
Über Mich
Die Vision
Bei meiner Arbeit mit zahlreichen Interviewpartner*innen aus dem Medizin-Sektor habe ich erkannt, dass auch Ärzt*innen, Therapeut*innen, Coaches und Kliniken auf eine gute digitale Präsenz angewiesen sind. Selbst dann, wenn das Wartezimmer voll ist. KI-Systeme können Inhalte erstellen, liefern aber auch Falschinformationen und kein sofortiges, publizierbares Endprodukt.
Mit dem Medical Content Studio möchte ich diese Lücke schließen. Bei mir bekommen Sie die unkomplizierte, professionelle Arbeit einer Freelancerin, die für jedes Projekt Feuer und Flamme ist. Ich stehe für saubere Recherche, einwandfreie Schreibe, die Fähigkeit komplexes medizinisches Wissen in laienverständliche Texte zu verpacken. Inhalte für Google, Chat GPT und Co. zu optimieren, sind für mich eine Selbstverständlichkeit. Dabei lege ich stets großen Wert auf Compliance. Ich bin die Schnittstelle zwischen Ihrem fachlichen Wissen und dem öffentlichen Dialog mit Ihren Patient*innen und Kund*innen.
Das Medical Content Studio wurde von mir ins Leben gerufen: Viola Lex. Nach Abschluss meines journalistischen Studiums war ich in verschiedenen Verlagen tätig, seit 2014 arbeite ich als Freelancerin im Medizin-Bereich. Unter anderem für die Online-Gesundheitsportale der FUNKE Mediengruppe, das Kundenmagazin der Versicherungskammer Bayern oder für eine deutschlandweite Klinikkette. Ich schreibe über Krankheiten, ihre Ursachen und Behandlungmöglichkeiten, über Prävention, über gesunde Ernährung und Bewegung. Als Ghostwriterin gebe ich Mediziner*innen eine Stimme in populärwissenschaftlichen Ratgeber-Büchern. Von mir selbst als Autorin erschienen bereits fünf Kochbücher (GU Verlag, DK Verlag und EMF Verlag). Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch auf dem internationalen Buchmarkt – zum Beispiel in UK und Australien.
Zusätzlich bin ich lizensierte Fitnesstrainerin und bilde mich regelmäßig weiter – etwa, wenn es um den Einsatz von KI im Journalismus geht.